Schumacherquartier, Berlin

Das städtebauliche Gesamtkonzept sieht eine Einteilung in insgesamt sechs eigenständig funktionierende Quartiere vor. Sie bilden eine in sich geschlossene Einheit und sind gekennzeichnet von zentralen, qualitätsvollen Quartiersplätzen. Mit dem Konzept kommt es gleichzeitig zu einer Arrondierung des Kurt-Schuhmacher-Platzes. Die innere Grünachse trennt und verbindet zugleich. Sie ist Aufenthaltsfläche und Transitraum. Fuß- und Radwege sind die Adern des Quartiers und Grundlage für die innere Erschließung. Sie verbinden die sechs Quartiere miteinander und gewährleisten eine bauliche und funktionale Vernetzung.

HOCHPUNKTE BIETEN ORIENTIERUNG Die Quartiere zeigen eine klare Definition von außen und innen, von privat und öffentlich. Dies zeigt sich sowohl für das Gesamtkonzept, als auch für die einzelnen Quartiere. Zu den Emissionsquellen der Straßen, insbesondere der neuen Stadtstraße, werden klare bauliche Raumkanten gebildet, die zum einen Schall abschirmen und zum anderen die äußeren Grenzen des neuen Schumacherquartiers markieren. Zum zentralen Grünraum öffnen sich die Blöcke und lassen Blicke in die großzügigen Grünanlagen zu. Das neue Schumacherquartier hat drei zentrale Hochpunkte, die als Landmarken und Orientierungspunkte dienen. Sie sind an städtebaulich exponierten Lagen vorgesehen und stärken durch ihre Präsenz die Wahrnehmbarkeit des Quartiers und seine Adressbildung. Ergänzt werden diese Hochpunkte durch sechs Quartiersplätze, die jeweils das Zentrum einer Nachbarschaft darstellen und für diese als Ort der Begegnung attraktiven Raum für Kommunikation und Austauschs bieten.

GRÜN- UND FREIRÄUME SCHAFFEN VERBINDUNGEN Das Konzept für das neue Schumacherquartier sieht vor, bestehende Anknüpfungspunkte zu Grün- und Landschaftsräumen aufzunehmen und durchlässige Verbindungen zu schaffen. Die vorgesehene zentrale Grünachse sichert einen direkten Übergang von den Freiräumen der Tegeler Stadtheide bis zum Kurt-Schumacher-Platz. Die Freiflächen sind barrierefrei ausgestaltet, multifunktional, generationenübergreifend und geschlechterneutral bzw. -spezifisch nutzbar. Die großzügige Dimensionierung ermöglicht flexible Aneigungsmöglichkeiten durch sich ändernde Nutzungsansprüche. Jede Wohnung verfügt über einen privaten, geschützten Freiraum in Form von Balkonen, (Dach)terrassen oder Gärten. Darüber hinaus stehen den Bewohnern gemeinschaftlich nutzbare private Freiräume in den Innenhöfen der Blöcke zur Verfügung.

QUARTIERE SIND FUNKTIONAL GEMISCHT Die durch das städtebauliche Konzept vorgesehenen sechs Quartiere sind allesamt funktional gemischt. Eine dominierende Wohnnutzung wird dabei u.a. ergänzt durch Schulen, Kitas, Einrichtungen für die Nahversorgung sowie Büros und Dienstleistungsstandorte. Diese Angebote sind nicht ausschließlich für die neuen Bewohner gedacht, vielmehr werden dadurch auch Angebote für die benachbarten Quartiere bereitgestellt. Die unterschiedlichen Lagequalitäten der ausgebildeten Quartiere stellen die Grundlage für die Verteilung der Nutzungen dar. Bestehende Angebote entlang der Scharnweberstraße, der Ollenhauer Straße und des Kurt-Schumacher-Damms werden bedarfsgerecht ergänzt. Dezentrale Nahversorgungsangebote innerhalb des neuen Quartiers sichern eine fußläufig erreichbare Nahversorgung für die Bewohner.

Projekt
Offener, zweiphasiger städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb, 2. Phase
Auftraggeber
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt / Tegel Projekt GmbH
Themenschwerpunkte
Wohnen, Dienstleistungen, Handel, Kita, Schule
Bearbeiter
Hendrik Jansen, Daniel Bläser, Adriana de Maria, Asmaa Hithnawi, Jan Garde
Zeitraum
02/2016 - 06/2016
Kooperationspartner
wbp Landschaftsarchitekten, Bochum